Samstag, 27. Juni 2015

Urheberrecht

Mögt ihr diese Bilder?



Ich habe sie auf der Straße stehend aufgenommen, nun zeige ich sie euch. Das ist erlaubt, weil in Deutschland die sogenannte Panoramafreiheit gilt. Was man von einem öffentlichen Ort aus sehen kann, darf man auch öffentlich zeigen. Ein kommerzielles Interesse habe ich nicht.


Bestimmt habt ihr schon von den Streitigkeiten um das Urheberrecht gehört, dass nämlich 'Urheber' besser geschützt werden sollen, um ihre kommerziellen Interessen durchzusetzen.
Als Autorin bin auch ich Urheberin. Ich möchte mit meinen Romanen Geld verdienen, obwohl sich das um zweistellige Peanutsbeträge handelt. Darum habe ich meine Krimis bei amazon nicht zum Nulltarif angeboten. Und ich finde es schofelig, wenn ich mitbekomme, dass sich jemand, statt mich zu fragen, für nass einen Roman von mir gönnt.
Das ist ja auch nicht erlaubt.


ABER !!!


Heute las ich in der Zeitung einen kleinen Artikel, dass die EU eine Gesetzesänderung plant, die darauf hinausläuft, dass die Panoramafreiheit abgeschafft wird. Man müsste künftig jeden Hauseigentümer fragen, ob er ein Bild von seinem Gebäude im Netz erlaubt.
Der Artikel schloss damit, dass dann wohl Millionen Fotos bei Facebook gelöscht werden müssten.
Genau wie die Fotos, die ich euch heute zeige.

WOLLT IHR DAS???

Keine Bilder mehr, allenfalls ein paar schlappe Blümchen.


Ich finde, das geht ENTSCHIEDEN zu weit!
Wir leben in einer visuellen Zeit, alles und jeder kann geknipst werden, seit es Digitalkameras samt Internet gibt. Kinder zu zeigen ist ja neuerdings auch schon quasi verboten. 
Jetzt auch noch Gebäude? Dürfen wir bald kein Urlaubsfoto mehr von uns mit dem Eiffelturm im Hintergrund bei facebook einstellen???
Wer hat eigentlich Vorteile von einem verschärften Urheberrecht?
Sind das die Autoren, Musiker, Hausbesitzer - oder doch eher kommerzielle Firmen, die sich an uns Autoren, Musikern und Hausbesitzern bereichern??

Ich weiß es nicht. Ich fühle mich aber in meinen Freiheitsrechten beeinträchtigt und das von Jahr zu Jahr mehr. Und ich weiß eines ganz sicher: Ich werde dank eines verschärften Urheberrechts keinen Cent mehr oder weniger verdienen. Denn auch jetzt schon ist es nicht erlaubt, illegal umsonst meine Romane runterzuladen, und mit meinen Fotos kann und will ich nichts verdienen. Sie dienen der Freude in einer Netzwelt, die langsam aber sicher immer mehr von ihrer Egalität einbüßt zugunsten einer elitären Gesellschaft, wo wieder mal nur die Einflussreichen gewinnen.

Fotolose frustrierte Grüße von eurer Gea!


Donnerstag, 18. Juni 2015

wenn Lucie chillt

Protagonisten begleiten uns Autoren oft nicht nur, wenn wir gerade ihre Abenteuer schreiben, sondern auch im Alltag. Oft stelle ich mir vor, was Lucie hier oder da machen würde. Wo kauft sie ein? Wo bekommt sie ihre Lieblings-High-Heels? Welche Bücher liest sie gerne? Klar, die von Gea Nicolaisen, zum Beispiel Der Flug des Schneekranichs. Sie ist aber froh, dass sie einen weniger abenteuerlichen Mann fürs Leben gefunden hat als Ivola, die Heldin aus dem Schneekranichthriller.


Am liebsten verbringt Lucie die sommerlichen Sonnenuntergänge mit ihrem Verlobten auf dem Wasser - auf der Schlei.


Erkennt ihr, was für ein Strich das hinter Lucies Schnapsglas ist?


Richtig, ein Anblick, der sie gruseln lässt.


(Den Grund dafür kann man im Zündstoff nachlesen.)


Da schaut Lucie doch lieber wieder hinüber zum alten Dom, eine wirklich sehenswerte Kirche - mein Tipp für alle, die Schleswig besuchen wollen. Verpasst den Dom nicht, auch wenn der Turm zurzeit marode ist. Vermutlich wird er bald eingerüstet, darum genießen Lucie und ich die schöne Sicht übers Wasser jetzt umso mehr.


Langsam senkt sich die Sonne und färbt die Welt orange.


Lucie und Ragnar segeln nach Hause - und ich mache mich auch auf die Heimfahrt.



Sonntag, 14. Juni 2015

der Kommissar geht um

Meine Kriminalfälle werden stets von Privatpersonen gelöst. Das muss für die mitwirkenden Kommissare ganz schön frustrierend sein, darum widme ich diesen Post heute Kommissar Bendixen, der in Zündstoff ...



und Mord am Schleiufer die zweite Geige spielen muss. Außerdem ist er für alle Verbrechen in und um Schleswig zuständig, vom Handtaschenraub, über Brandstiftung bis zum Mord - was natürlich reichlich unrealistisch ist. Bendixen muss trotzdem ran.


Wie mag er sich dabei fühlen? Stört es ihn nicht, stets hinterherzurennen, ja, sich sogar oft zu verrennen und glatt die Falschen zu verdächtigen, mit Vorliebe meine unschuldigen Protagonisten ?
Wer ist Kommissar Bendixen überhaupt?


Nein, kein Donald Duck, das würde er sich verbitten. Wenn er sich mit einem Tier identifizieren soll, dann vielleicht mit dem hier:


Unverwüstlich und forsch, immer dem Verbrechen auf der Spur - das würde ihm gefallen.
Ein bisschen raubarzig ist er auch, gerne mal am bellen, um seine Verdächtigen gehörig einzuschüchtern und auf die Palme zu bringen.


Sein Motto: 
Bring deine Verdächtigen zur Verzweiflung, rück ihnen auf den Leib, spiele sie gegeneinander aus - und du erfährst Dinge, die sie nie verraten wollten.
Vermutlich hat er damit oft Erfolg - bloß hat er leider noch nie einen Fall gelöst, der mir bekannt ist.
Aber was weiß ich schon über Bendixen? Ich kenne noch nicht mal seinen Vornamen.
Dem Nachnamen nach ist er ja ein echtes Nordlicht - heißt er darum vielleicht Holger, Erik, Oke oder Momme? Oder doch eher Klaus-Jürgen?


Verheiratet ist Bendixen nicht mehr - immerhin das weiß ich. Er ist geschieden, inzwischen aber frisch verliebt. Im Zündstoff darf Lucie einen Blick auf diese Dame werfen - erinnert ihr euch noch an die Szene, als Lucie bei einem Konzert ausgerechnet auf den Kommissar trifft?

Lucie fand die Dame in Bendixens Begleitung aus der Entfernung ziemlich auffällig. Mit sentabergerrotgefärbten Haaren und in einem exaltierten, smaragdgrünen Kaftan wirkte sie nicht wie eine brave Kommissarsgattin, aber was wusste Lucie schon über die Ehen von Kriminalbeamten?


In Mord am Schleiufer verrät Bendixen nichts über sein Privatleben, und eine andere Person, die fast geplaudert hätte, wird von Lucie daran gehindert.
Wer das ist? 


Nein, ich verrate es nicht - das ist ein Geheimnis, das ich vorerst für mich behalten werde.
Nur so viel:
Lucie ist nicht die Erste, die Kommissar Bendixen beim Aufklären seiner Fälle überflügelt. Da gab es mal eine gewisse Jonna - ihr 'Abenteuer' könnt ihr in dem Roman 'Odinshöh' lesen, den ich unter einem anderen Namen als Printbuch veröffentlicht habe.
Und es existieren noch weitere 'Protinen', alle plietscher als der Kommissar, wie wir Nordlichter sagen würden.


Eine von ihnen kennt Bendixen inzwischen viel besser als ich. Sie weiß, welches Auto er privat fährt, sie weiß, wo er wohnt und wo er Urlaub macht. Und... sie mag ihn!

Ich aber auch ;) - er ist der beste Verlierer, den ich mir als Kommissar wünschen kann.
Für dich, lieber Bendixen:





Mittwoch, 10. Juni 2015

Mord am Schleiufer ist da und ich gehe fremd :)

Was gönnt sich Autorin, wenn das Ebook endlich erschienen ist? Einen herrlichen Ausflug ans Meer, um die Seele baumeln zu lassen. Ich bin sicher, Lucie und Ragnar wären heute gerne mitgekommen.
Ihr auch? 
Über verschlungene Nebenwege fahre ich zur Ostsee.


Absoluter Frieden erwartet mich.


Ein menschenleerer Sommerstrand und in der Ferne die Ahnung eines Freizeithafens für glückliche Urlauber.


Ich liebe es, durch Häfen zu bummeln und die Schiffe zu bewundern. Sollte ich jemals einen Bestseller schreiben, leiste ich mir eine Yacht. Ehrenwort.


Vielleicht diese hier? Netter Name ;)


Oder die mit dem Stern am Bugspriet.


Schiffstrubel ...


... aber ich teile den Hafen nur mit heimkehrenden Fischern.


Meine Blicke schweifen zur Küste. Dieses rote Häuschen, das wäre doch was Feines für eine Romanszene, meint ihr nicht? Dort hat sich vielleicht ein Gejagter versteckt - ob Held oder Bösewicht? Wer weiß.


Dann drehe ich mich um, denn heute mache ich Pause. Und ... BLAU


Nirgendwo kann ich besser Kraft tanken als an der See. Hier finde ich Ruhe, hier finde ich neue Ideen, hier dürfen sie sich entwickeln, ich träume ...

Eure glückliche Gea mit dem gerade erschienen Ebook


Heute ist Mittwoch, drum verlinke ich den Post mit Frollein Pfaus schöner Aktion mmi - aber ganz ehrlich: am liebsten wäre ich jeden Tag an der Ostsee.


Samstag, 6. Juni 2015

Was würdet ihr denken?

Erinnert ihr euch noch, was Lucie im Showdown von 'Zündstoff' erleben musste? Im Mittelpunkt stand dieser Turm:



Seit ich dem Schleswiger Wikingturm dieses 'literarische Denkmal' gesetzt habe, finde ich ihn zwar immer noch hässlich, aber irgendwie auch fotogen.


Man sieht ihn praktisch von überall.


Ob Lucie das gefällt? Ich vermute, ihr wäre es lieber, er würde sich brav hinter ein paar hübschen Bäumen verstecken. Denn er erinnert sie sicher ständig an das, was ihr dort beinahe passiert wäre.


Inzwischen sind ein paar Monate vergangen, langsam kehrt Normalität in Lucies Leben ein. Der Sommer war herrlich und rosarot.



Aber dann ...

Die Bremsen kreischten nicht. Sie blieben stumm, erschreckend stumm. Dafür jaulte der Motor umso lauter. Plötzlich, aggressiv, ein Angriff aus heiterem Himmel – und heiter war dieser Freitagabend Ende August.
Es dämmerte bereits, als Lucie heimwärts radelte. Sie war in Fahrdorf gewesen, bei Neele Lorenzen, die dort ein kleines Geschäft betrieb, in dem man alles bekam, was das Einrichtungsherz höherschlagen ließ. Dadurch hatten sie sich Anfang des Sommers auch kennengelernt. Lucie hatte ins Schaufenster geguckt und war spontan in den Laden gegangen, wo ihr Neele gleich vier Müslischalen verkauft hatte. Seitdem war aus der Bekanntschaft und wegen Lucies Begeisterung für Neeles Krimskrams Freundschaft geworden.
An diesem Spätnachmittag hatten sie sich richtig festgequatscht, Lucie hatte schon vor Stunden fahren wollen, weil sie eigentlich von der arbeitsreichen Woche erledigt war, aber es hatte viel zu bekakeln gegeben. Nun radelte sie endlich heimwärts, einen grüngemusterten Teller mit Apfeldekor im Gepäckträger, den sie nicht wirklich brauchte. Ragnar würde lästern … der Teller zerscherbte vernehmlich, als Lucie mit ihrem Rad umkippte. In das Scheppern mischte sich der brummende Automotor. Aber kein Bremsgeräusch.
Lucie landete auf Händen und Knien, der Lenker bohrte sich schmerzhaft in ihren Bauch, egal. Sie rappelte sich auf, kroch im ersten Moment, hechtete irgendwie zur Seite, dann kam sie auf die Füße. Neben ihr war das Auto, unter dem Auto ihr Fahrrad. Der Motor jaulte. Lucie wankte auf die Wand eines Maisfeldes zu, die ihr gewöhnlich ein Stirnrunzeln entlockte. Sie debattierte oft mit Neele, ob es sich lohnte, eine Anti-Vermaisungskampagne zu starten.
Jetzt sah der Mais wunderschön aus, starke, dichte, grüne Halme, übermannshoch. Sie versperrten die Sicht und sie gewährten Schutz. Lucie sprang hinein, schnitt sich die Hände an den scharfen Blättern, spürte das kaum. Sie tauchte ein in den Maisdschungel und draußen, an der Straße, verklang der jaulende Motor. Lucie sah kaum mehr als einen Schemen, der mit Vollgas in der Dämmerung verschwand.
Der Fahrer hatte nicht angehalten. Er ließ das zerbeulte Rad am Straßenrand liegen. Und er ließ Lucie im Maisfeld zurück, wo sie stand, zitternd, schwer atmend. Geschockt.
Die Bremsen waren stumm geblieben.




Lucie ist sofort überzeugt, dass ihr jemand nach dem Leben trachtet. Kein Wunder, finde ich, nach allem, was sie im 'Zündstoff' durchmachen musste.



Aber hat sie recht? Oder steckt etwas ganz anderes dahinter?
Ab nächster Woche könnt ihr die Antwort in meinem neuen Ebook 'Mord am Schleiufer' lesen, und auch, wie es privat in Lucies Leben weitergeht. Denn das wird turbulent.